Forschung

Hier finden Sie alle Publikationen der DGTCM direkt über die Suche und nach Indikationen.

Chinesische Medizin verstehen, überprüfen und weiterentwickeln

Die wissenschaftliche Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin beruht auf einem umfassenden Verständnis von Wissenschaft.

Wissenschaft und Chinesische Medizin bedeuten für uns zweierlei:

Zum einen verstehen wir die Chinesische Medizin selbst als ein eigenständiges historisches Wissenschaftssystem. Ihre klassischen Begriffe, ihre diagnostische Logik und ihre Vorstellungen von den Regulationsvorgängen des menschlichen Organismus müssen aus ihren eigenen theoretischen Voraussetzungen heraus verstanden werden.

Zum anderen müssen die Aussagen, Diagnoseverfahren und Therapien der Chinesischen Medizin mit den Methoden moderner westlicher Wissenschaft untersucht und überprüft werden.

Beide Aufgaben sind untrennbar miteinander verbunden.

Wer die klassischen Begriffe der Chinesischen Medizin nicht korrekt versteht, kann auch ihre diagnostischen und therapeutischen Aussagen nicht sinnvoll erforschen. Umgekehrt genügt es nicht, ein historisches Medizinsystem lediglich zu beschreiben. Seine Aussagen müssen sich der klinischen, experimentellen und naturwissenschaftlichen Prüfung stellen.

Traditional Chinese medicine diagnosis in temporomandibular disorders: A key step towards optimizing prospective randomized controlled study designs

Freire V, Matos LC, Giannakopoulos NN, Şen S, Machado J, Greten HJ

Journal of Bodywork & Movement Therapies. 2026;48:747–752.

doi: 10.1016/j.jbmt.2026.07.046

Kurztext:

Die explorative Querschnittsstudie beschreibt bei 28 Personen mit temporomandibulären Störungen häufige Diagnosen nach dem Heidelberger Modell. Ziel ist die Hypothesenbildung für eine mögliche Stratifizierung zukünftiger randomisierter kontrollierter Studien. Die Arbeit prüft weder eine Akupunkturwirkung noch die prädiktive Validität der Diagnosen.

Die kleine, nicht randomisierte Stichprobe und die deskriptive Auswertung begrenzen die Aussagekraft. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung weiterer Studien, nicht der Beurteilung einer therapeutischen Wirksamkeit.

Understanding Traditional Chinese Medicine Therapeutics: An Overview of the Basics and Clinical Applications

Matos LC, Machado J, Monteiro FJ, Greten HJ

Healthcare 2021;9(3):257

doi: 10.3390/healthcare9030257

PMID: 33804485

Kurztext:

Ein Grundlagenüberblick zu therapeutischen Prinzipien der TCM und deren klinischen Anwendungen. Erklärt werden zentrale Konzepte, die Auswahl von Behandlungsstrategien und Beispiele für Indikationen. Die Darstellung betont die Verknüpfung mit moderner Forschung sowie die Notwendigkeit klarer Zielgrößen und nachvollziehbarer Bewertungskriterien. Für Patienten bietet dies Orientierung, welche TCM-Ansätze bei welchen Beschwerden sinnvoll sein könnten.

Can Traditional Chinese Medicine Diagnosis Be Parameterized and Standardized? A Narrative Review

Matos LC, Machado J, Monteiro FJ, Greten HJ

Healthcare 2021;9(2):177

doi: 10.3390/healthcare9020177

PMID: 33562368

Kurztext:

Die Übersichtsarbeit diskutiert, wie Zungen-, Puls- und elektrophysiologische Verfahren in standardisierte, messbare Formate überführt werden können. Ziel ist eine reproduzierbare TCM-Diagnostik mit klaren Kriterien und Geräten, die zwischen Anwendenden vergleichbar ist. Beschrieben werden aktuelle Messverfahren und Instrumente, ihr Validierungsbedarf und die bestehenden Forschungslücken. Für Patienten könnte dies zu transparenteren Entscheidungen und einer besseren Datenlage in künftigen Studien führen.

Can Heat and Cold be Parametrized? Clinical Data of a Preliminary Study

Doenitz C, Anjos A, Efferth T, Greten T, Greten HJ

Chinese Journal of Integrative Medicine 2012;10(5):532–537

doi: 10.3736/jcim20120508

PMID: 22587975

Kurztext:

„Hitze“ und „Kälte“ sind Kernbegriffe der TCM-Diagnostik. Diese Pilotstudie prüft, ob sich solche Muster mit klinischen Messungen objektiv fassen lassen (z. B. Temperatur, Symptome, einfache Tests). Erste Daten deuten darauf hin, dass eine standardisierte Erfassung möglich ist. Für die Praxis wäre das wichtig, um TCM-Konzepte besser mit westlicher Diagnostik zu verknüpfen und Therapien nachvollziehbarer zu machen. (Zusammenfassung nach Titel/Abstract-Einleitung; PDF-Erstseite liegt im Sammler teils ohne Volltextauszug vor.)

Chinesische Medizin als vegetative Systembiologie. Teil II: Die Struktur der TCM-Diagnose

Greten HJ

HNO 2011;59(11):1165–1175

doi: 10.1007/s00106-011-2413-x

PMID: 22159336

Kurztext:

Dieser zweite Teil beschreibt die Diagnostik der Chinesischen Medizin im Rahmen einer modernen vegetativen Systembiologie. Es wird erklärt, wie Symptome als Ausdruck vegetativer Muster interpretiert werden und welche Rolle Zungen- und Pulsdiagnose dabei spielen. Ziel ist, diese Methoden so darzustellen, dass sie in wissenschaftlichen Studien nutzbar und nachvollziehbar sind. Für Patienten heißt das: Die TCM-Diagnose wird klarer strukturiert, was eine gezieltere, objektiv prüfbare Behandlung ermöglicht.

Chinesische Medizin als vegetative Systembiologie. Teil I: Therapeutische Verfahren

Greten HJ

HNO 2011;59:1160–1164

doi: 10.1007/s00106-011-2409-6

PMID: 22159335

Kurztext:

Der Übersichtsbeitrag ordnet Akupunktur, Tuina, Diätetik und weitere Verfahren der Chinesischen Medizin in ein modernes Konzept der vegetativen Systembiologie ein. Er beschreibt nachvollziehbar, wie Reize peripher und zentral verarbeitet werden (u. a. Mastzellen, Nervenendigungen, endorphinerge Netzwerke) und wie dadurch Schmerzen sowie vegetative Funktionen beeinflusst werden. Beispielhaft wird gezeigt, dass sich Effekte objektiv messen lassen (z. B. Nasenatmung). Ziel ist eine kontrollierte, qualitätsgesicherte Integration in die Schulmedizin.

Symptoms of “Heat” as a Pattern of Physiology

Greten HJ, Greten T, Brazkiewicz F, Sertel S, Schröder S, Goncalves M, Wendt I, Karrer O, Mafalda A, Remppis A

Journal of Acupuncture and Tuina Science 2008;6:6

Kurztext:

Der Beitrag interpretiert das CM-Muster „Hitze“ als vegetativ-funktionelles Reaktionsmuster mit Zeichen wie Wärmegefühl, Rötung, Durst, Unruhe oder schmerzhaft-heißen Entzündungsarealen. Ziel ist es, klassische Symptomkonstellationen in ein physiologisch nachvollziehbares Schema zu überführen und damit diagnostisch sowie wissenschaftlich besser fassbar zu machen.

What is the Role of Chinese Medical Theory in Modern Scientific Research

Greten HJ

Journal of Acupuncture and Tuina Science 2008;6:259–260

doi: 10.1007/s11726-008-0259-x

Kurztext:

Diese kurze Arbeit erläutert die wissenschaftstheoretische Rolle chinesischer Medizintheorie in moderner Forschung. Sie argumentiert, dass Konzepte der Chinesischen Medizin als Modell vegetativer Systembiologie operationalisiert und damit in überprüfbare Fragestellungen, objektive Endpunkte und kontrollierte Studiendesigns überführt werden können. Der Beitrag markiert damit einen methodischen Schritt zur rationalen Verbindung chinesischer und westlicher Medizin.

After large studies by federal health insurance: what is the future of acupuncture?

Hummelsberger J, Ernst E, Greten HJ, Bahr F

MMW Fortschritte der Medizin 2005;147(25):12–14

Kurztext:

Der Kommentar diskutiert die Folgen großer Krankenkassenstudien zur Akupunktur für Versorgung, Methodik und gesundheitspolitische Bewertung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Wirksamkeit, Indikationsbreite und Qualitätssicherung nach groß angelegten Versorgungsstudien weiterentwickeln sollten. Die Arbeit ordnet Akupunktur in einen evidenzorientierten gesundheitspolitischen Kontext ein.

Deutsche Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin e.V.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.